Die größte Herausforderung liegt in den derzeitigen Behandlungsmethoden wie Harnröhrenstenose, Beckenorganprolaps (POP) und Prostatektomie. Bei diesen Eingriffen werden häufig autologe Gewebetransplantate oder synthetische Implantate eingesetzt. Dabei handelt es sich um zwei Ansätze, die erhebliche Einschränkungen aufweisen: die Notwendigkeit einer zweiten Operationsstelle, eine verlängerte Erholungszeit, ein hohes Komplikationsrisiko und eine hohe Rezidivrate.
Das Hauptziel des Projekts ist die Entwicklung eines innovativen Einweg-Formsystems für die TissueSpan-Plattform von Regenosca, ein bioresorbierbares Netz, das die Regeneration von Weichgewebe fördert, ohne dass ein zweiter chirurgischer Eingriff erforderlich ist. Nach der Implantation stimuliert TissueSpan den natürlichen Heilungsprozess des Körpers, indem es die eigenen Zellen des Patienten anzieht. Dieser Ansatz reduziert die mit herkömmlichen Behandlungen verbundenen Risiken und beschleunigt die Genesung, insbesondere bei urologischen Eingriffen. Durch die Entwicklung eines neuen Formsystems für die Maschenherstellung zielt das Projekt darauf ab, die Produktion zu optimieren und die Skalierbarkeit, Sicherheit und Effizienz zu verbessern. Bei der Entwicklung dieses Systems wird auf das Fachwissen von HEIA-FR, insbesondere des Instituts für angewandte Kunststoffforschung und des Biofabrik-Kompetenzzentrums, zurückgegriffen. Industriepartner werden Schlüsselwissen bereitstellen, das sich an konkreten Anwendungen orientiert, und die gemeinsame Entwicklung industrialisierbarer Prozesse unterstützen. Ihre Beteiligung wird sicherstellen, dass die Forschungsergebnisse den tatsächlichen Produktionsanforderungen entsprechen, und so eine solide Grundlage für die zukünftige Industrialisierung schaffen.
Zu den erwarteten Ergebnissen des Projekts gehört die Optimierung des Herstellungsprozesses, um dessen Integration in zertifizierte Reinraumumgebungen zu erleichtern. Das neue Einweg-Spritzgießsystem wird das Risiko von Bedienungsfehlern verringern, Kontaminationen begrenzen und die Herstellung von Maschen mit einem hohen Maß an Konsistenz und Qualität sicherstellen. Darüber hinaus wird Regenosca bereit sein, mit klinischen Studien zu beginnen, wodurch TissueSpan der Markteinführung näher kommt. Dies wird es dem Unternehmen ermöglichen, bei regulatorischen Ansätzen und klinischen Anwendungen voranzukommen und so seine Position im Bereich Medizinprodukte zu stärken.
Die Wirkung des Projekts geht über den Rahmen von Regenosca hinaus. Für die Industriepartner Mecaplast, Medistri und Confinis werden die Entwicklung dieses innovativen Formsystems und die erfolgreiche Integration von TissueSpan in klinische Studien ihr Produktportfolio erheblich stärken. Diese Fortschritte werden die Grundlage für eine langfristige Zusammenarbeit bilden und die Fortsetzung der gemeinsamen Aktivitäten über die Dauer des Projekts hinaus sicherstellen. Da Regenosca wächst und sich dem Markt nähert, könnten die in diesem Rahmen geschaffenen Grundlagen auf andere Bereiche ausgedehnt werden, wie z. B. die Herstellung von Reinräumen, Laboruntersuchungen für die technische Dokumentation und vieles mehr. Diese Zusammenarbeit wird die Innovation beschleunigen und zum Wachstum des Medizinprodukte-Sektors beitragen, insbesondere in der dynamischen Wirtschaft des Kantons.